| Tricamperin Annett Finger wird 10. Gesamt beim Ironman Regensburg |
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Liebe Annett, du hast dich wiedermal selbst übertroffen. Wir sind verdammt stolz auf Dich. Du hast bei einem Ironman den 10. Gesamtplatz erreicht und deine Altersklasse gewonnen. Das ganze ist umso erstaunlicher da du ja eher eine Multisportlerin, ein Multitalent bist. Nicht eine alleinige Triathletin. Du fährst wahnsinns Touren mit den Langlaufskiern, überquerst bald die Alpen zu Fuß beim Transalpine Run,... Wir sind stolz, dass du in unserem Team bist. Weiter so, wir können es gar nicht erwarten, was noch so von dir zu hören sein wird. Sport Frei! Hier Annett´s Bericht - auch nachzulesen unter Annett Finger:
Ironman Regensburg in zwei Worten: super hart
1. Super: weil ich soeben meinen Namen im DSF-Fernsehen gelesen habe, bei der Auflistung der zehn schnellsten Damen. MEINEN Namen - was für ein Gefühl.
2. Hart: weil ich beim Laufen vom ersten Meter so was von "beißen" musste. Das habe ich, als Lauffloh, bis jetzt in keinem Triathlon in dieser Form erlebt.
Doch Eines nach dem Anderen. Am Freitag bin ich angereist, habe die Startunterlagen geholt und den Abend beim Italiener ausklingen lassen. Dabei habe ich die Oma Plüsch von Regensburg kennengelernt und mein Homestay (so nennt man neudeutsch den Gastgeber) hat mir gezeigt, wie man "Rock Guitar" spielt :) Alles also schön entspannt.
Als ich an der Startlinie stand, war ich schon unruhig. Fleißig trainiert hatte in den letzten Monaten und einige Einschränkungen dafür in Kauf genommen. Diverse Veränderungen im Umfeld rüttelten etwas an meiner inneren Ruhe und obendrein machte mir als Folge dessen mein Körper in den letzten Wochen ein wenig Sorge. Doch Ende gut, alles gut. Heute stand ich genau hier und wollte alles geben - zeigen, was in mir steckt.
7 Uhr ertönte der erlösende Startschuss und 2300 Wettkämpfer wurden mit einem Mal losgelassen. Puh, was soll ich sagen, für mich eine Premiere mit soooo vielen Leuten zugleich zu starten und es war für die ersten Minuten einfach nur furchtbar... fast ein wenig panisch, habe ich mir immer wieder Ruhe zugesprochen. Wahnsinn. Ich habe mich gefühlt, also würde ich ziellos herumirren. Als ich beim Ausstieg auf meine Uhr schaute, konnte ich es kaum glauben: 1:03 h - das war doch gar nicht so schlecht und immerhin schon mal 5 Minuten schneller als im Vorjahr.
Frohen Mutes also ab aufs Rad, die ersten Kilometer noch etwas mit angezogener Handbremse und dann sollte es auch schon bissig werden, denn es ging an die ersten Hügel des Bayrischen Waldes. Doch die waren für die erste Runde schnell geschafft. Ich war diese vor einiger Zeit bereits probehalber abgefahren und hatte sie als anspruchsvoll empfunden. Nichtsdestotrotz fühlte sich gestern alles prima an. Radzeit - haltet euch fest - 5:19 h. Wow, wow, wow. Wieder 13 Minuten zum Vorjahr "gutgemacht" und das auf DER Strecke. Nicht schlecht.
Nun hatte ich also, nach Abzug der Wechselzeit, noch 3:32 h für den Marathon. Ein toughes, aber doch machbares Ziel. Doch was ist das, die ersten Schritte fühlten sich an, als hätte ich Blei in den Beinen. Nicht verzagen, vielleicht wird das noch?! Doch es wollte nicht so recht werden. Ich sage euch. Das war ein Kampf vom ersten bis zum letzten Meter. Immer wieder gaben die Beine meinem Kopf das Kommando: "Hey Baby, komm leg dich doch mal bissl auf die Wiese in den Schatten oder da, dort baden Leute in der Donau. Spring auch hinein." Aber dann meldete sich das Herz: "Nein Schätzchen, denk an die zahlreichen Trainingseinheiten, all die Bekannten, die an der Strecke stehen oder vorm Liveticker deinen Rennverlauf verfolgen." Tja und so ging das von Kilometer, zu Kilometer, zu Kilometer, immer mit dem Ziel vor Augen.
Als ich 42 Kilometer später in die erlösende Zielgasse einbiegen durfte, war ich so erleichtert, denn ich hatte das Ziel erreicht und zwar in einer neuen Bestzeit: 10:04:19. Ok, Ziel Nummer eins, eine Zeit unter 10 Stunden war damit knapp verfehlt, aber Ziel Nummer zwei eindeutig erreicht: ich wurde 10. Frau gesamt. 10. Frau bei einem Ironman... Wahnsinn. Ganz "nebenbei" bin ich auch noch 1. Frau meiner Altersklasse geworden. Nun werdet ihr sagen: "Wow, beim ersten Ironman-Versuch gleich das Hawaii Ticket gelöst. Wohl war. Doch war mir von Beginn an klar, dass diese Reise noch nicht in diesem Jahr stattfinden wird. Hierfür möchte ich noch ein wenig Erfahrung sammeln.
Jetzt werde ich mir erst einmal ein wenig Ruhe wahren und freue mich auf die nächsten Herausforderungen. Wie ich mich jedoch kenne, wir die Ruhe nicht lange halten, bevor ich erneut mit den Hufen scharre ;-) Schon heute auf der Rückfahrt habe ich mir da ein paar neue interessante Dinge überlegt :) |