Die Zwischensaison (Zs) ist eine wichtige Station der Saisonplanung. Soweit sind sich alle einig. Jedoch ist das ganze für die meisten Athleten nicht wirklich greifbar. Etwa wie ein Blick in den Nebel. Man weiß wo man hinsehen soll, aber man erkennt nichts.
Fragen wie:
- wieviel soll ich trainieren um überhaupt einen (Trainings-) Effekt zu erzielen?
- welche Sportarten darf ich trainieren?
- in welchen Belastungszonen soll ich mich bewegen? usw.
treten auf und genaue Antworten bekommt man nicht.
Dabei ist das ganze weniger kompliziert, als man es sich vorstellt. Zu allererst ist die wichtigste Frage:
"Wie lange soll die Zwischensaison sein?"
Dazu kann eine Faustformel herangezogen werden. Wenn die Vorsaison zwischen 8 und 12 Monaten gedauert hat. empfiehlt es sich ca 20% der Zeit, als Zwischensaison (Zs) einzuplanen. Um einfach und praktisch zu bleiben, hat die vergangene Saison 10 Monate angedauert, sollte die Zs 2 Monate betragen. Das klingt im ersten Schritt sehr lange, aber ich komme gleich zur Erklärung, wie man eine Zwischensaison plant und was dabei zu beachten ist.
Die Zwischensaison (Zs), ist die Zeit zwischen dem letzten Wettkampf der Saison und dem ersten spezifisch auf den Hauptwettkampf des nächsten Jahres geplanten Trainingstages. Sie dient dem Körper, vor allem dem Bewegungsapparat und der mentalen Komponente als Wiederherstellungszeit. Durch die letzte Saison, wurde der Körper durch hartes Training, harte Wettkämpfe und mentalen Streß sehr gefordert und braucht nun eine Erholungszeit. In dieser Erholungszeit, finden im Körper Anpassungsprozesse statt. Verletzungen der Muskulatur etc werden repariert und der Geist bekommt eine Auszeit, da der latente Zeitstreß von Training und Wettkampf wegfällt.
Diese Erholungszeit sollte jedoch einem speziellen Muster folgen. Seit langem wissen wir, dass aktive Regeneration wesentlich effektiver ist als passive. Deshalb laufen oder fahren wir uns nach einem harten Wettkampf aus, anstatt uns hinzulegen. Genau dieses Prinzip muss auch in der Zs angewandt werden. Ein zweites Prinzip, das sich nebenbei durch die ganze Trainingswissenschaft zieht, ist es vom allgemeinen hin zum spezifischen zu gehen.
Am Beispiel Krafttraining im Radsport: man fängt an durch Kniebeugen Kraft aufzubauen, später in der Saison tritt man hohe Gänge im Intervalltraining um dann auch mal in den Alpen einen Pass hochzuklettern.
Wenn man nun diese Grundsätze betrachtet, kann man durch triathlon unspezifisches Training die 6 - 8 Wochen Zs gut füllen. Am Anfang dieser Zeit trainiert man relativ wenig bis gar nicht, sondern lässt es sich gut gehen, bei diversen Massagen oder Saunagängen. Danach (ca 1 Woche später), man merkt dass der Körper die Bewegung wieder einfordert, kommen unspezifische Trainingsarten zur Anwendung.
Sei es klettern, Ballsportarten, lange Spaziergänge oder um dem aktuellen Trend zu folgen vielleicht auch mal Zumba. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.
Geht es dann schließlich auf das Ende der Zwischensaison zu, können die Aktivitäten schon etwas spezifischer werden. Die ersten lockeren Moutainbikeeinheiten stehen auf dem Programm und auch das kühle Naß kann wieder einmal spielerisch erkundet werden.
Ziel ist es den Körper wieder auf die anstehende Trainingsphase vorzubereiten. Das bedeutet: möchte man mit einer 8 Stunden Trainingswoche beginnen, sollte die letzte Woche der Zs schon mit ca 6 Std Bewegung gefüllt sein.